Es ist Samstagabend gegen 19.00 Uhr. Im dritten Obergeschoss eines Wohnhauses dringt dichter, schwarzer Rauch aus dem Fenster. Der Notruf 112 wird gewählt und 90 Sekunden später rücken die beiden Löschzüge der Feuerwehr Gera aus. Einsatzleitwagen, Löschfahrzeuge, Drehleitern und der Rettungswagen fahren mit Sondersignal zur gemeldeten Adresse. Innerhalb von zehn Minuten nach Notrufeingang sollen die ersten Kräfte vor Ort sein. Doch nach 10 Minuten ist noch kein Fahrzeug am Brandort! Was ist passiert?

Die Kreuzung vor der gemeldeten Adresse ist zugeparkt. Fahrzeuge stehen zu weit im Kreuzungsbereich, ein Abbiegen mit den großen Fahrzeugen der Feuerwehr unmöglich! Es heißt für die Einsatzkräfte, aussteigen und zu Fuß fast 300 Meter alle Geräte und Ausrüstungsgegenstände tragen, Schläuche verlegen ... das kostet viel Zeit und Kraft. Aus der Wohnung über der Brandetage sind Hilfeschreie zu hören. Doch die Drehleiter kann nicht vor das Haus fahren und die Menschen in Sicherheit bringen. Wieder vergeht wertvolle Zeit! Das alles muss nicht sein!

Wir wissen, oft ist es schwer einen Parkplatz für das eigene Fahrzeug zu finden. Doch das Parken im Kreuzungsbereich, auf ausgezeichneten Feuerwehrstellflächen, im Parkverbot oder gar im Halteverbot ist absolut unverzeihlich und kann Leben kosten! Aus diesem Grund führte das Ordnungsamt der Stadt Gera zusammen mit der Feuerwehr am Samstag, den 15. Februar 2020 eine Befahrung von besonders brisanten Stellen im Ostviertel und Untermhaus der Stadt durch.

Mit Hilfe der Drehleiter wurde überprüft ob im Einsatzfall ein schnelles und sicheres Durchkommen gewährleistet ist. Gerade im Bereich von engen Kreuzungen musste mehrfach gestoppt werden und Fahrzeuge welche ordnungswidrig geparkt wurden bekamen eine Verwarnung.

Vor Ort wurde eine Halterermittlung durchgeführt und versucht den Besitzer des Fahrzeuges zu erreichen. Gelang dies, musste er sein falsch abgestelltes Fahrzeug entfernen und es wurde ihm erklärt, warum dies nötig ist. Viele waren erstaunt, dass das große Drehleiterfahrzeug den Bereich nicht passieren konnte und zeigten sich einsichtig und verständnisvoll. Leider gab es aber auch uneinsichtige Bürger, die sich schikaniert und ungerecht behandelt fühlten. Viele zufällig vorbeilaufende Passanten begrüßten aber diese Aktion und dankten dem Ordnungsamt und der Feuerwehr.

Es wird mit Sicherheit wieder derartige Aktionen geben, denn Ordnung im Verkehrsraum rettet Leben! Auch der MDR - Mitteldeutscher Rundfunk berichtete in der Sendung MDR um 4 von der erfolgreichen Aktion.


Video: bw.pictures