Sommerzeit ist Stechinsektenzeit
Verhaltenshinweise zum Befall durch Stechinsekten

 

Das Entfernen von Stechinsekten (Wespen) ist keine Aufgabe der Feuerwehr

In der Regel handelt es sich um die "Gemeine" oder die "Deutsche Wespe".

Diese Arten stehen nicht unter Artenschutz und das Nest kann bei Bedarf von einem Schädlingsbekämpfer fachgerecht entfernt werden.

Die Telefonnummern von Schädlingsbekämpfern entnehmen sie den Gelben Seiten. Da das Entfernen von Stechinsekten eine besondere Aufgabe ist, entfernt die Feuerwehr keine Wespen, Bienen oder Hornissen.
Wir teilen Ihnen gerne Ansprechpartner für Bienen und Hornissen mit.

 

Die Wespe:

Falls dies nicht zwingend erforderlich ist, sollte man das Nest an Ort und Stelle belassen, denn auch Wespen sind nützlich.
Wenn man einige Verhaltensregeln beachtet und nicht allergisch reagiert, sind Wespen im Allgemeinen ungefährlich.

Wespen stehen seit einiger Zeit in manchen Bundesländern unter Naturschutz und dürfen deshalb in der Regel nicht vernichtet werden. Wenn möglich, müssen die Wespen umgesiedelt werden. Nur in Ausnahmefällen, wenn die Umsiedelung technisch beziehungsweise praktisch nicht durchführbar ist und eine erhebliche Gefährdung oder Störung für Menschen oder Tiere besteht, ist die Vernichtung durch einen Schädlingsbekämpfer zulässig.

 

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Wespe (Foto: © Luise / pixelio)

Körperbau und Merkmale:
Die Königin ist bis zu 20 Millimeter groß, Arbeiterinnen bleiben mit zwölf bis sechzehn Millimeter und Drohnen mit dreizehn bis siebzehn Millimeter deutlich kleiner. Sie haben die für Wespen typische schwarz-gelbe Warnfärbung.

Als Unterscheidungsmerkmal zu anderen sozialen Faltenwespen trägt die Deutsche Wespe auf dem Kopfschild, auch Stirnplatte oder Clypeus genannt, eine Zeichnung mit ein bis drei schwarzen Punkten, oder einen kleinen geraden, oft etwas unterbrochenen schwarzen Strich.

Ein zweites charakteristisches Merkmal der Deutschen Wespe ist der schmale, nur 0,2–0,3 mm breite Raum zwischen dem unteren Augenrand und der Oberkiefer-(Mandibel-)Basis, welcher bei der Königin und der Arbeiterin nicht größer, beim Männchen nur wenig größer ist als der Durchmesser eines Ocellus (Punktauge) auf dem Scheitel.

 

Die Hornisse:

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Hornisse (Foto: © Hannelore Louis / pixelio)

Körperbau und Merkmale:
Hornissen (Hymenoptera) sind soziale Faltenwespen, welche zu der großen Gruppe der Hautflügler zählen. Als Merkmal besitzen sie zwei Hautflügelpaare, die durch viele kleine Häkchen miteinander verbunden sind.

Mit einer Körperlänge von bis zu dreieinhalb Zentimetern fallen die Hornissen leicht auf. Sie sind die größten sozialen Faltenwespen Mitteleuropas. Ihr Körper ist gelb, schwarz und rot gezeichnet; da sie in Ruhelage ihre Flügel zusammenklappen, wirken diese sehr schmal. Hornissenarbeiterinnen können leicht mit der Königin der Mittleren Wespen verwechselt werden. Allerdings ist deren Hinterleib nur schwarz und gelb.

Ein Hornissenvolk besteht aus bis zu einigen Hundert Hornissen. Die Völker sind grundsätzlich einjährig und werden jedes Jahr neu von einer Königin gegründet. Sie nisten in Baumhöhlen und auf Dachböden.

Alte Nester werden dabei nicht wieder besiedelt! Da Hornissen gefährdet sind stehen sie unter besonderem Naturschutz. Hornissennester sind im besonderen Maße geschützt. Bei Zerstörung eines Hornissennestes kann es zu Geldstrafen von bis zu 50.000 € kommen (§10, Abs. 2, Ziffer 10c BNatSchG i.V. §1 Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV)).

Hornissen sind friedliche und nützliche Tiere und weichen Störungen durch Flucht aus. Lässt man sie in Ruhe und bewegt sich bedacht um sie herum, geht auch keine Angriffsgefahr von ihnen aus. Sollte sich die Umsiedlung oder gar die Zerstörung eines Hornissennestes nicht vermeiden lassen, muss dies bei der Stadt oder Gemeinde beantragen werden. Es ist wichtig, einen Experten und die Naturschutzbehörde zu kontaktieren.

 

Die Biene:
bieneBiene (Foto: © luise / pixelio)

Körperbau und Merkmale:

Die allbekannte Honigbiene ist dunkelbraun gefärbt und am ganzen Körper leicht behaart.
Ihre glasigen Flügel haben einen schwach bräunlichen Ton. Ihre Mundwerkzeuge sind zu einer Art Saugrüssel geformt.
Wie alle Insekten hat die Biene drei Beinpaare.

 

 

Erste Hilfe bei Insektenstichen
Was ist zu tun, wenn man als Nicht-Allergiker von einer Wespe, Biene, Hornisse oder Hummel gestochen wird?

Die Einstichstelle sollte gekühlt werden, zudem kann eine Cortison-Creme aufgetragen werden. Der Stachel sollte so schnell wie möglich entfernt werden. Denn an diesem befindet sich eine Giftblase. Um diese nicht weiter in die Haut zu drücken, sollte der Stachel nicht herausgezogen, sondern gegen die Stichrichtung weggekratzt werden.

 

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Hat die Schwellung um die Einstichstelle mehr als zehn Zentimeter Durchmesser, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei einem Stich in den Kopf oder Hals sowie beim Verschlucken des Insekts sollte sofort ein Notarzt gerufen werden, da es zu einer Verengung der Luftwege kommen kann.

 

Woran merkt man, dass es sich um eine allergische Reaktion handelt?

Neben einer starken Schwellung treten die Symptome auch fern der Einstichstelle auf, etwa Kribbeln an den Händen, Füßen, Kopfhaut, Lippen, Zunge oder im Genitalbereich. Auch kann es zu einer starken Schwellung im Gesicht oder zu einer Nesselsucht am ganzen Körper kommen. Insbesondere Asthmatiker können einen Asthmaanfall erleiden. Im schlimmsten Fall tritt ein anaphylaktischer Schock auf, der zu Bewusstlosigkeit mit Herz-Kreislauf- und Atemstillstand führen kann. Rufen Sie im Notfall den Notarzt an.

 

Wie lassen sich Stiche vermeiden?

Bienen mögen es nicht, wenn Menschen ihrem Bienenstock, insbesondere dem Einflugloch, zu nahe kommen. Zudem lieben Bienen Klee; in Wiesen also niemals barfuß laufen.

Wespen fühlen sich von Essen und Getränken angezogen und tummeln sich in der Nähe von Mülleimern.
Deshalb gilt: Abstand halten. Öffnungen von Flaschen und Gläsern sollten bedeckt werden und süße Speisen mit Vorsicht gegessen werden. Wer im Garten arbeitet, sollte zudem Handschuhe, Hüte und möglichst körperbedecke Kleidung tragen. Wespen reagieren auf dunkle Farben aggressiver, da sie diese besser sehen können. Am besten ist helle Kleidung ohne viele Muster.

Donnerstag, 19. Oktober 2017

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Headergrafik: Michael Hirschka / pixelio.de