Hartes Training für den Ernstfall, Ausbildungslager der FF Gera-Liebschwitz.
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Mehrfach war am Wochenende das Martinshorn der Feuerwehr zu hören. Es handelte sich diesmal nicht immer um echte Einsätze sondern um realitätsnahe Einsatzübungen der Freiwilligen Feuerwehr Gera-Liebschwitz.
Da auch deren normales Einsatzgebiet sich weit über den Stadtteil Liebschwitz hinaus erstreckt, waren auch die Einsatzübungen an vielen Stellen im Stadtgebiet zu absolvieren. Dieses jährliche Ausbildungswochenende ist eine Tradition bei den Liebschwitzer Floriansjüngern, die weit in die Vorwendezeit zurückreicht. Zudem finden zweimal im Monat Ausbildungen statt, um für alle Erstfälle gerüstet zu sein.
Ausbildungslager

Nachdem die Kameraden zunächst zu einem reellen Einsatz am Freitagabend in die Braustraße ausgerückt sind, hieß es nun in gebündelter Form am Wochenende theoretisches Wissen zu vertiefen und sieben Einsatzübungen erfolgreich zu absolvieren. So wurde am Freitagabend ein Verkehrsunfall mit einer schwerverletzten eingeklemmten Person auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Otticha und Hilbersdorf nachgestellt. Mittels hydraulischen Rettungsgerät galt es den Verletzten zu befreien. Gleich im Anschluss hieß es „Dachstuhlbrand in Schafpreskeln“. Hier bestand die Herausforderung in der Errichtung einer stabilen Löschwasserversorgung.

In den frühen Samstagmorgenstunden war ein Brand in einem Büro im Gewerbepark Keplerstraße angenommen. Es galt drei Personen aus dem Bürokomplex über die Treppenaufgänge bzw. die Drehleiter zu retten. Nach einer kurzen Stärkung für die Kameraden begaben sie sich unweit ihrer Feuerwache in die leer stehende Liebschwitzer Schule. Hier war ein „Brand“ in einem Kellerraum zu löschen. Im Anschluss fuhr der Löschzug zu einem vermeintlichen Küchenbrand nach einer Fettexplosion in den Kindergarten „Erich-Mühsam-Straße“. Im stark verqualmten Untergeschoß mussten zwei Personen gefunden und gerettet werden. Nach kurzer Verschnaufpause stand die Rettung von zwei Kindern im Internat in der Karl-Matthes-Straße an, in deren Nachbarzimmer ein vermeintlicher Brand ausgebrochen war. Über das Treppenhaus und die Drehleiter ging es hoch hinaus in das sechste Obergeschoß. Die Abschlussübung war ein Kellerbrandszenario in der Schleizer Straße. Angenommen wurde ein durch zwei Monteure im Keller verursachter Brand in einer Heizungsanlage, wobei beide Monteure schwer verletzt wurden und somit nicht selbständig den Brandraum verlassen konnten.

Ausbildungslager
Ausbildungslager

Es handelte sich bei allen Szenarien um realistische Lagen, die nicht nur geübt werden, sondern denen sich die Kameraden im Ernstfall zu stellen haben, schildert Wehrführer Steffen Höntsch, der zugleich resümierte, dass sich die laufende Ausbildung gelohnt hat. Nach jeder Übung fand eine detaillierte Auswertung statt. So wurde an Feinheiten gefeilt. Steffen Höntsch war mit den Leistungen seiner Kameraden sehr zufrieden und bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement beim "heißesten Hobby".

Die Freiwillige Feuerwehr Gera-Liebschwitz sucht immer Mitstreiter für eine nicht alltägliche, aber dafür umso spannendere Freizeitgestaltung bei der Teamarbeit gefragt ist. In einer Grundausbildung werden Kenntnisse und Fertigkeiten, die auch im Alltag und Beruf wertvoll sind, und der Umgang mit innovativer Technik geschult. Danach steht der Einsatzdienst an. Unsere Kameraden  werden im Falle eines Einsatzes durch die Rettungsleitstelle Gera mittels Funkmeldeempfänger alarmiert. "Eine interessantere Freizeitgestaltung kann ich mir nicht vorstellen. Es ist ein schönes Gefühl anderen aus Notsituationen zu helfen und an der Stelle gefordert zu sein, wo es kompliziert wird", berichtet Einsatzkraft Thomas Ebert, der seit 2 Jahren bei der Feuerwehr ist. Bei Interesse genügt ein Anruf bei Wehrführer Steffen Höntsch (Tel.: 0177/7109796). Viele Informationen sind auch im Internet unter: www.feuerwehr-liebschwitz.de zu finden.

Montag, 17. Dezember 2018

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